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2. Waldbegehung mit Frau Revierförsterin Heike Grumann
Am 12. Oktober war es soweit. Frau Grumann war wieder fit und hat alle ca. 25 Teilnehmenden mit ihrer Begeisterung für den Wald angesteckt.

Diesmal ging es nicht nur um (Zukunfts-) Bäume, sondern vor allem darum, den Wald in seiner Gesamtheit zu sehen. Unsere kleine Wanderung wurde dazu etliche Male durch gemeinschaftliche Aktionen sowie konkrete Erläuterungen am Wegesrand unterbrochen.
Begonnen wurde mit dem „Tor zum Wald“, das Frau Grumann hier in der Hand hält. Wir hatten händchenhaltend eine Kette gebildet und mussten der Reihe nach durch diesen Reifen in den Wald steigen.
Anschließend wurde ein Experiment gestartet, das uns am Ende des Spaziergangs die Sporen der Pilze zeigen sollte. Dazu wurden die Pilze entsprechend präpariert am Ausgangspunkt zurückgelassen


Ein besonderes Anliegen ist ihr zu zeigen, welcher Schaden im Wald angerichtet wird, wenn der Wildbestand nicht adäquat bejagt wird.
Der Naturverjüngung der Eichen kommt im Klimawandel eine große Bedeutung zu. Angepasste Wildbestände wären dazu nötig, doch ohne Zaun oder Einzelschutz – wie hier im Bild – geht in weiten Teilen des Landkreises leider nichts. Das erschwert den Waldumbau enorm.
Wir haben unter anderem gelernt, dass es 3 Sorten Pilze gibt:
- Zersetzerpilze, die Totholz oder andere abgestorbene Pflanzen abbauen und dadurch Nährstoffe in den Boden zurückführen
- Partnerpilze, die in einer Symbiose mit den Bäumen leben. Sie versorgen die Bäume mit Wasser und erhalten ihrerseits Zucker von den Bäumen
- Räuberpilze, die den Bäumen ohne Gegenleistung nur Nährstoffe entziehen
Dazu haben wir einen Kanon auf die Melodie von „Froh zu sein bedarf es wenig …“ gesungen
- Wir sind die im Wald bekannten, grünen Zuckerfabrikanten
- Ja, wir sind die Abfallfresser! Ey, wir schwören, nichts schmeckt besser!
- Komm zur Party, alter Schlucker! Ich bring Wasser, du den Zucker!
- Hände hoch und keine Faxen! Lass den Zucker rüberwachsen!
Ein ganz besonderer Spaß war folgendes Experiment von Frau Grumann: Sie ist ein paar Meter voraus gegangen und hat gesagt, sie brauche 5 Personen, die jetzt sofort barfuß zu ihr kommen. Diese Personen bekämen dann auch ein Stück Schokolade. Wie zu erwarten, hat es etwas gedauert, bis die ersten tatsächlich ihre Schuhe ausgezogen haben und barfuß über den Waldboden in Richtung auf Frau Grumann gegangen sind. Sie hat sich aber immer weiter entfernt und dann nach und nach immer mehr Personen angefordert. Am Schluss waren es 10 Barfußläufer. Sinn der Übung war zu veranschaulichen, was passiert, wenn man z.B. beim Kampf gegen den Klimawandel zu langsam und mit zu wenig Aktiven aus der Komfortzone kommt. Man braucht dann letztlich länger und noch mehr Aktive, die sich einbringen.
Am Wegrand sind uns verschiedene Baumarten mit ihren Eigenheiten und ihren Zukunftschancen gezeigt worden. Darunter waren die unten abgebildete Robinie, die deutsche Eiche, die amerikanische Roteiche, die Rotbuche, die Hainbuche, die Ulme und die rechts abgebildete Zitterpappel, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Am Ende unseres sehr unterhaltsamen und dennoch äußerst lehrreichen Spaziergangs haben wir noch das Ergebnis des Sporenexperimentes begutachtet – fotografisch festhalten ließ es sich leider nicht.
Die Resonanz war so groß, dass wir Frau Grumann gebeten haben, im nächsten Jahr für weitere Waldführungen zur Verfügung zu stehen, was sie gerne bejaht hat.


