Nahwärmenetz Möhrendorf Süd
Wie vielen bekannt ist, hat die Gemeinde noch einmal eine zweite Runde für eine Untersuchung eines Nahwärmenetzes in Möhrendorf Süd initiiert, da sich einerseits durch die Vorarbeit von MOenergie weitere alternative Ansätze gezeigt und die technischen Möglichkeiten weiterentwickelt haben.
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass das Nahwärmeprojekt nicht realisiert wird!
Die Gemeinde hat die betroffenen Bürger, wie folgt informiert:
Im Rahmen der Vorevaluierung für dieses Projekt hat sich ergeben, dass es möglich wäre, ein Nahwärmenetz für Möhrendorf unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu realisieren. Deshalb wurde Ende letzten Jahres der Planer Naturstrom AG beauftragt, eine Machbarkeitsstudie dafür zu erstellen, bei der MOenergie unterstützt hat. Im ersten Schritt wurde der Wärmeverbrauch ermittelt und der Trassenverlauf festgelegt. Für die Bereitstellung der Heizwärme wurden, neben der Nutzung der Wärmepotentiale der Biogasanlage, weitere mögliche Heizquellen untersucht.
-Ein Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme mit Biogas
-Eine Luft-Wasser-Großwärmepumpe
-Eine Wasser-Wasser-Großwärmepumpe für die Nutzung von Uferfiltrat
-Eine Sole-Wasser- Großwärmepumpe für die Nutzung von Oberflächengeothermie
-Ein Hackschnitzelkessel
-Elektrische Heizer (für die Abdeckung von Spitzenwärmebedarfen)
Die möglichen Heizquellen wurden mit der Zielsetzung, einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb zu erreichen, kombiniert und optimiert. Die konkrete Planung für die Nutzung von Uferfiltrat hat ergeben, dass eine solche Nutzung wegen des hohen Eisen- und Mangangehaltes des Uferfiltrats und der damit hohen Filterkosten unwirtschaftlich ist.
Eine technische Herausforderung in der Planung war das Betriebsregime der Biogasanlage. Die Anlage wird auf Anforderung des Netzbetreibers gefahren. Das heißt, wenn wenig Energie im Netz zur Verfügung steht, wird die Anlage gestartet und betrieben. Daraus folgen meistens nur kurze Betriebszeiten von 6 bis 7 Stunden pro Tag und je nach Energiesituation auch mehrtägige Betriebspausen. Nutzbare Abwärme fällt auch nur in den Produktionszeiten an und müsste entsprechend in einem Großwärmespeicher zwischengepuffert werden.
Neben den technischen Herausforderungen sind auch noch regulatorische Grenzen und die zugehörigen Förderungen zu berücksichtigen. So sind nach den aktuellen Bestimmungen die Betriebskosten der Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht förderfähig.
Für die Realisierung des Projektes sind auch Flächen notwendig. Z.B für die Verlegung der Rohrleitungen für die Oberflächengeothermie, den Standort für die Heizzentrale, den Standort für einen Pufferspeicher, usw. Dabei sind die Anforderungen für Trinkwasserschutzgebiete, Überschwemmungsgebiete und allgemeine Emissionsrichtlinen zu beachten.
Der AK Klima, zusammen mit MOenergie und Naturstrom haben in mehreren Runden versucht, eine für die Bürger attraktive Lösung zu finden.
Die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für das geplante Nahwärmenetz in Möhrendorf Süd liegen nun final vor. Trotz der vielen Alternativen und Gespräche mit den Betreibern des Bio-Kraftwerkes in Oberndorf konnte kein Umsetzungskonzept gefunden werden, das den Bürgern einen wettbewerbsfähigen und attraktiven Wärmepreis bietet.
Das Planungsvorhaben dazu wird deshalb eingestellt und das Projekt nicht weiterverfolgt.
Für die Bürger und Bürgerinnen in diesem Gebiet sind damit wieder individuelle Lösungen für die Modernisierung der Heizung notwendig.
Die Gemeinde wird die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie gerne nochmals im Detail vorstellen. Moenergie wird alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus Möhrendorf dabei über alternative Heizungskonzepte informieren. Dazu läd die Gemeinde zu einer
“Informationsveranstaltung Heizungsmodernisierung“
ein.
Termin: Montag, 5. Oktober um 18:00 Uhr im Ratssaal der Gemeinde Möhrendorf
Fragen dazu können Sie vorab auch an folgende Emails richten: